D 1976; R: R.W. Fassbinder; D: Kurt Raab (Xaver Ferdinand Maria Bolwieser, Bahnhofsvorstand), Elisabeth Trissenaar (Hanni), Bernhard Helfrich (Frank Merkl, Metzger und Gastwirt), Udo Kier (Schafftaler, Friseur); 35 mm, 112 Min.
Die oberbayerische Kleinstadt Werburg in den 20erJahren: Bahnhofsvorsteher Xaver Bolwieser heiratet die Brauereibesitzerstochter Hanni. Er ist sexuell von der jungen Frau abhängig, unterwirft sich aber auch sonst ihren Befehlen und Wünschen. Die Scheinharmonie zerbricht, als Hanni zuerst mit ihrem Schulfreund Merkl, dann mit Friseur Schafftaler anbandelt. Den Rest des Beitrags lesen »
Freitag, 27.3.2009, 18:30 Uhr; Österreich-Premiere gemeinsam mit Schikaneder-Kino
Pl/D 2007; R: Marian Ehret; M: Projekt Osiedle; DVD; 60 Min.; OmU
Jeder kennt das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Doch wussten Sie, dass es dort auch eine polnische Kleinstadt Oswiecim gibt? Dieser Film handelt von einem bizarren Gedenkkonflikt zwischen polnischer und jüdischer Erinnerung an den Holocaust. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht der Bürgermeister des Ortes, der sich in einem Privatkrieg mit dem Museum befindet. Den Rest des Beitrags lesen »
So, 28. Dez 2008, 18:30 Uhr
So, 7. Dez 2008, 16.30 Uhr
So, 23. Nov 2008, 18.30 Uhr
D/F/I/Sp 1965; R: Sergio Leone; D: Clint Eastwood, Klaus Kinski, Lee Van Cleef; L: 130 Min.
Monco und Colonel Douglas Mortimer sind beides sehr erfolgreiche und exzentrische Kopfgeldjäger. Mit dem Schießeisen können sie wie kaum ein anderer umgehen. Der Zufall führt sie zusammen, denn beide sind hinter dem Desperado El Indio her. Nachdem dieser eine Bank überfallen hat, versuchen sie die Bande auszulöschen.
Während Monco sich in die Bande einschleicht, versucht Mortimer von außen an sie ranzukommen. Doch als sie das gestohlene Geld an sich nehmen wollen, läuft etwas schief….
1. Teil: 1900 – Gewalt, Macht, Leidenschaft
Di, 30. Dez 2008, 20:30 Uhr
Mo 1. Dez 2008, 20.30 Uhr
So 16. Nov 2008, 20.30 Uhr
2. Teil: 1900 – Kampf, Liebe, Hoffnung
Sa, 3. Jän 2009, 20:30 Uhr
Di 2 Dez 2008; 20.30 Uhr
Mo 17. Nov 2008; 20.30 Uhr
1. Teil: I/F/D 1976; R: Bernardo Bertolucci; D: Burt Lancaster, Roberto de Niro; L: 162 Min.
Erster Teil einer monumental angelegten Interpretation der italienischen Geschichte seit der Jahrhundertwende. In faszinierenden, oftmals lyrisch inspirierten Bildern beschreibt der Film aus klassenkämpferischer Sicht die Lebensgeschichten von zwei Freunden, die auf demselben Landgut aufwachsen, der eine als Sohn der Herrschaft, der andere als Kind von Landarbeitern.
2. Teil: I/F/D 1976; R: Bernardo Bertolucci; D: Roberto de Niro, Gérard Depardieu; L: 154 Min.
Der zweite Teil von Bertoluccis Geschichtsgemälde beschreibt die 30er Jahre und die aufkommende Barbarei der Faschisten, die Befreiungsfeiern im Jahr 1945 und die Neuformierung der Landarbeiter als politische Kraft.
Do 1.1.2009, 20:30 Uhr
Di 11.11.2008, 20:30 Uhr
Mo 8.12.2008, 20:30 Uhr
I/F/D 1971; R: Pier Paolo Pasolini; D: Gianni Rizzo, P.P.Pasolini; D: 130 Min.
Acht Episoden aus Boccaccios spätmittelalterlicher Novellensammlung, zu einem bunten, bewusst anspruchslos gehaltenen und auf filmische Finessen verzichtenden Bilderbogen aneinandergereiht. Nach der stilisierten, mythisch-allegorischen „Medea“ wendet sich Pasolini der volksnahen Verklärung menschlicher Geschlechtlichkeit und Sinnenfreude zu, die Macht der einfachen Leute und der „archaischen, düsteren, vitalen Gewalt ihrer sexuellen Organe“ beschwörend.
Sa 13.12.2008, 18:30 Uhr
Mi 5.11.2008, 20:30 Uhr
Sa 25.10.2008, 16:30 Uhr
D 1977, R: Wim Wenders, D: Bruno Ganz, Dennis Hopper, L: 126 Min.
Ein in Hamburg lebender Bilderrahmer begeht gegen hohe Bezahlung zwei Morde, nachdem er erfahren hat, dass er tödlich erkrankt ist. Verfilmung eines Kriminalromans von Patricia Highsmith, die sich mehr an den Verhaltensweisen der Personen orientiert als an den äußerlichen Attributen eines Krimis.
Wenders’ Beschreibung subjektiver Realitätserfahrung gehört zu den besten Leistungen des deutschen Films der 70er Jahre: Verweise auf das amerikanische Action-Kino verbinden sich mit einem hohen Maß an handwerklicher Sorgfalt.
Mo 12. Jän 2009, 18:30 Uhr
Do 6. Nov 2008, 20.30 Uhr
Do 23. Okt 2008, 18.30 Uhr
D 1982, R: Rainer Werner Fassbinder, D: Rosel Zech, Hilmar Thate, Cornelia Froboess, Rudolf Platte, Annemarie Düringer, L: 104 Min.
Veronika Voss ist ein ehemaliger UFA-Star. Psychisch labil, drogenabhängig und vom Alter gekennzeichnet, bekommt sie in der aufstrebenden Bundesrepublik keine Rollen mehr. Veronika ist in nervenärztlicher Behandlung bei Frau Dr. Katz. Die Ärztin spielt ein dunkles Spiel und richtet die ehemalige UFA-Filmdiva systematisch zugrunde. Der Rettungsversuch eines Sport-Reporters, den Veronika kennenlernt und in den sie sich verliebt, scheitert.
Abschluss einer Trilogie („Die Ehe der Maria Braun“, „Lola“), in der sich Fassbinder kritisch und stellenweise mit bitterem Sarkasmus mit dem kulturellen und politischen Klima in der Bundesrepublik der 50er Jahre auseinandersetzt.
Der Matrose Querelle erregt die sexuelle Begierde aller Menschen, denen er begegnet; er lässt jedoch Freund und Feind – durch Intrigen, Verrat und Mord – gebrochen zurück. Fassbinder-Verfilmung des Romans von Jean Genet: Eine äußerst artifizielle, in einer hermetischen Atelierwelt inszenierte Studie über den Zusammenhang von Sexualität und Gewalt, ausgeweitet zur Metapher für moderne Kommunikations- und Liebesunfähigkeit.
Fassbinder feiert hymnisch die Homosexualität seiner Helden und verklärt romantisch ihr Außenseitertum. Zugleich zeigt er diese sichtlich fiktiven und „literarischen“ Gestalten als brutale Todesengel. Das letzte Werk des 1983 verstorbenen Regisseurs ist ein irritierender, teilweise unausgegorener, aber ästhetisch faszinierender Film.
Ein anscheinend unbestechlicher und seriöser Mann, Flüchtling aus dem Osten, übernimmt in den 50er Jahren das Baudezernat einer deutschen Kleinstadt, in der eine korrupte Clique das Sagen hat. Als er sich in Unkenntnis ihres „Berufes“ in eine Prostituierte verliebt und sie schließlich heiratet, verwickelt er sich in die Machenschaften der auf ihre Vorteile bedachten Bürger. Seine Anpassung an das korrupte System führt zu einer tiefen Resignation. Den Rest des Beitrags lesen »
Eine in Zürich lebende deutsche Barsängerin und ein aus gutbürgerlichem Hause stammender junger Mann werden von dessen Vater, dem Leiter einer jüdischen Hilfsorganisation, kurz vor Ausbruch des Krieges getrennt. Während des Krieges erlebt die Sängerin durch das ungeheuer populäre Lied von Lili Marleen Erfolg und Ansehen. Ihre Beziehung zu dem jüdischen Geliebten führt zum Ende offizieller Protektion. Dessen Heirat mit einer Frau seines Milieus markiert ihre eigene Katastrophe.
Eine weithin frei gestaltete kolportagehafte Geschichte um den Erfolg des Liedes „Lili Marleen“ und dessen Sängerin.
Mo, 5. Jän 2009, 18:30 Uhr
So, 2. Okt 2008, 16.30 Uhr
So, 19. Okt 2008, 18.30 Uhr
D 1979, R: Rainer Werner Fassbinder, D: Ivan Desny, Klaus Löwitsch, Hanna Schygulla, L: 115 Min.
Die Geschichte einer ebenso schönen wie ehrgeizigen Frau, die in den ersten Nachkriegsjahren mit Skrupellosigkeit und Gefühlskälte den sozialen Aufstieg schafft, ihre Träume von Liebe und Ehe aber nicht verwirklichen kann.
Der schauspielerisch hervorragende Film verknüpft das Einzelschicksal mit der frühen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Entwicklung zur egoistischen, mitleidlosen Gesellschaft – gesehen mit den Augen (und Gefühlen) Fassbinders.
Ende der 20er Jahre: Ein russischer Emigrant, der als Schokoladenfabrikant in Berlin lebt, ermordet einen Landstreicher, um sich eine andere Identität zu verschaffen, wird aber nach seiner Flucht in der Schweiz verhaftet. Den Rest des Beitrags lesen »
Die tragische Geschichte eines Transsexuellen in der Großstadt Frankfurt, der an seiner Umwelt langsam zugrunde geht. Fassbinder stilisiert die Passion seines Helden zu einer virtuos inszenierten Reise durch die Zwielichtzonen einer bundesdeutschen Metropole.
Wüste Polemik steht neben poetischer Sensibilität, Kolportage neben literarischen Querverweisen auf Döblin und Schopenhauer; Schockbilder kontrastieren mit sentimentalen Idyllen. Einer der intimsten Fassbinder-Filme, der durch seine radikale Subjektivität aufrüttelt.
Ein exzentrischer Dichter beendet durch Lustmord seine zweijährige Schaffenskrise, identifiziert sich vorübergehend mit Stefan George und findet schließlich auf dem Wege masochistischer Selbsterniedrigung zu neuer Kreativität. Den Rest des Beitrags lesen »
Ein durch zwielichte Geschäfte begütertes Münchner Ehepaar verabschiedet sich fürs Wochenende. Beide haben unterschiedliche Reiseziele. Doch schon am selben Tag treffen sie sich wieder, auf einem Schloss, das ihnen gemeinsam gehört, jeder in Begleitung seines/seiner Geliebten. Überraschend trifft am Abend auch noch ihre gehbehinderte Tochter Angela mit ihrer stummen Erzieherin ein. Den Rest des Beitrags lesen »
D 1975, R: Rainer Werner Fassbinder, D: Karlheinz Böhm, Elma Karlowa, Adrian Hoven, R.W.Fassbinder, L: 123 Min.
Franz Biberkopf macht einen Lottogewinn und wird von seinem Freund, dem Sohn eines bankrotten Industriellen, ausgenommen.
Eine im Homosexuellen-Milieu angesiedelte Geschichte über die Ausbeutung von Gefühlen, schwankend zwischen Melodram und ironischer Dialektik. Gleichzeitig eine sehr persönliche Standortsuche Rainer Werner Fassbinders und in gewisser Hinsicht Ergänzung und Gegenstück zur kurz zuvor entstandenen, kühl-distanzierten „Effi Briest“.
D 1984; R: Wim Wenders; M: Ry Cooder; D: Bernhard Wicki, Nastassja Kinski; L: 145 Min.
„Diese Geschichte wollte ich mit einer intensiven Lust erzählen, was das Zeug hält“, so Wim über die Magie der Geschichte.
Ein sprach- und erinnerungslos in der texanischen Wüste aufgefundener Mann findet langsam in die Gemeinschaft zurück und macht sich zusammen mit dem siebenjährigen Sohn auf die Suche nach seiner verschwundenen Frau, nach seiner Vergangenheit und nach neuen Formen des Zusammenlebens.
Wim Wenders resümiert seine Erfahrungen mit dem amerikanischen Kino und dem amerikanischen Traum in einer formal bestechenden, gefühlsstarken Synthese aus Genrefilm und Autorenkino. Der sanft-elegische Film ist auf vielen Ebenen glaubhaft und faszinierend: als realistisches Amerikabild, Roadmovie, Liebesgeschichte und mythische Allegorie.
Für die Liebhaber von Ry Cooders Soundtrack hier noch ein Schmankerl:
An Einsamkeit und gesellschaftlicher Isolierung entzündet sich die Beziehung zwischen einer Witwe und einem 20 Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter. Ihre wahre Belastungsprobe aber erlebt die Verbindung erst, als sie in Form einer bürgerlichen Ehe institutionalisiert werden soll.
Ein Melodram, das mit kühler Brillanz die Missachtung von Minderheiten und die Mechanismen sozialer Unterdrückung analysiert. Zugleich populär und bitter-ironisch erzählend, sucht Fassbinder ein breites Publikum, ohne persönliche Obsessionen zu verleugnen und ohne an kritischer Schärfe zu verlieren.